Der Tierkreis

Eine ganz zentrale Bedeutung innerhalb dieses Menschheits-Urwissens kommt dem Tierkreis zu. Im Tierkreis sieht Sterneder das älteste und heiligste Wissen der Menschheit, den zwölfstufigen Entwicklungsweg alles irdischen Daseins und den Kreis der Unsterblichkeit des Lebens.

Dieses Wissen findet sich laut Sterneder in allen alten Kulturen rund um den Erdball. In seinem Alterswerk „Also spricht die Cheops-Pyramide“ beschreibt er, wie sich das Tierkreiswissen den Frühvölkern erschloss und was sich dahinter verbirgt:

„Da der Entwicklungsweg des Lebens am einfachsten bei den Pflanzen zu ergründen war, weil er bei ihnen in der kurzen, leicht überschaubaren Zeit der 365 Tage des Erdenjahres sich kundtat, durchforschten sie zuerst dieses Reich.

Und sie fanden, dass der Entwicklungsweg des pflanzlichen Lebens aus zwölf Stufen bestand.

Als sie diese zwölf Stufen ergründet hatten, wandten sie sich der Welt der Tiere zu. Und sie erlebten mit Staunen – auch der Weg dieses Reiches stand auf den gleichen zwölf Stufen.

Und als sie schließlich den Entwicklungsweg des Menschen durchforschten, tat sich ihnen das gleiche Ergebnis auf! Auch der Entwicklungsweg des menschlichen Lebens war genau auf die gleichen zwölf Stufen gestellt.

Und sie sahen mit Ehrfurcht, dass Gott den Weg alles irdischen Lebens in die Einheit gefügt hat.

Um dieses Staunen vollends zu krönen, fanden sie bei der Durchforschung des geistigen Weges des Menschen – der uns aus der Frühzeit als der sogenannte Einweihungsweg überliefert ist, in dem sich der Tiermensch zum Gottmenschen emporringt – genau dieselben zwölf Stufen!

So ist es begreiflich, dass für sie die Zwölf zur heiligen Zahl wurde.

Denn sie ist die Zahl, in der das unsichtbare Leben sich sichtbar offenbart.

Da die Frage um das Leben die älteste Frage der Menschheit ist und die errungene Erkenntnis des Lebens ihr heiligstes Wissen war, so ist den Völkern der Erde für dieses Urwissen keine Felsplatte breit und kein Bauwerk hoch genug gewesen, um es darauf aufzuzeichnen.

Darum schrieben sie dieses Urwissen an den Himmel, diese gewaltigste Scheibe der Erde.

Und das umso mehr, als innerhalb eines Jahres über diesen Himmel die Sonne ging, die ja ihrerseits wieder der Erhalter aller Geschöpfe auf Erden ist.

Denn ohne Sonne würde es auf der Erde wohl die von Gott ursprünglich erdachten und geschaffenen Geistwesen geben, nie aber wären die stofflichen Körper möglich!

Und so teilten sie das Himmelsrund, das in Wirklichkeit nur ein unermesslicher Ozean von Milliarden und Abermilliarden von Sternen, Sonnen und ganzen Spiralnebeln ist, also eine einzige Sternentafel ohne Anfang und Ende, gedanklich in genau 12 Felder, entsprechend den 12 körperlichen Entwicklungsstufen, in denen sich das in Wirklichkeit ewig unsichtbare geistige Leben in sichtbaren Körpern offenbart.

Und in diese 12 Felder senkten sie, ebenfalls wieder gedanklich, die von Ewigkeit her bekannten 12 Bilder, die es am Himmel sichtbar ebenso wenig gibt wie die 12 Felder.

Diese seltsamen 12 Bilder waren weder Spielerei noch Willkür, sondern die zutiefst durchdachten, erschöpfendsten und treffendsten Symbole für die 12 Entwicklungszustände alles irdischen Lebens.“ (1)

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(1) Hans Sterneder, Also spricht die Cheops-Pyramide, Eich-Verlag, Werlenbach 2008, S. 56-58.

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