Weltweite Verbreitung

Schon in den ersten Jahren seines Schaffens erreichten die Bücher Hans Sterneders weltweite Verbreitung. Zwar gab es kaum fremdsprachige Übersetzungen, aber auf allen fünf Kontinenten fanden sich Sterneder-Liebhaber. So schrieb Fritz Arno Weisse 1941:

„Sterneder hat die Pressestimmen über seine Werke nicht gesammelt, weil sie für ihn nichts anderes bedeuten, als die jeweilige persönliche Stellungnahme eines kritischen Fachmannes. Weitaus mehr kündet ihm ein anderer Gradmesser seiner Bedeutung: Die Briefe aus der Feder des Lesers. Mit einem Stolz, zu dem kaum ein zweiter Dichter unserer Zeit berechtigt wäre, weist er heute auf eine Sammlung von rund 25 000 Briefen aus allen fünf Erdteilen.

Und gerade der ,Wunderapostel‘ ließ seine Wirkungswellen über die ganze Erde kreisen. Ein flüchtiger Blick auf die Absender einiger Briefe diene zum Beweis: Da schrieben ihm deutsche Bauern, Arbeiter, Bürger, Gutsbesitzer, Mitglieder alter Fürstenhäuser, Hochschüler, Universitätsprofessoren, ferner Leser aus Russland, aus Italien, aus Frankreich, mexikanische Priester, argentinische Plantagenbesitzer, brasilianische Kaufleute, Ingenieure aus Peru, Chile und Bolivien, Kaufleute aus New York, eine Diamantenhändlerin aus San Franzisco, Deutsche aus Australien, Engländer aus Indien, eine Plantagenbesitzerin aus Java, mehrere Pflanzer aus Afrika, eine indische Fürstin, chinesische Studenten, Universitätsprofessoren aus Tokio. Unter diesen Briefen, deren Vielfalt nicht mehr zu übersehen ist, befindet sich kein einziges Autogrammansuchen der üblichen Art. Sie alle sind ernste Zeugnisse des Dankes und der glühenden Zustimmung. Lebensverzweifelte Menschen schreiben dem Dichter, sein Buch hätte sie vor dem Selbstmord bewahrt. Ungezählte danken ihm, dass er ihrem zerstörten oder inhaltsleeren Leben Ziel und Halt gegeben hatte, Tausende schreiben ihm, dass sie, die bisher blind durch die Welt gingen, durch sein Werk sehend geworden wären und sich in die Wunder des Alleinheits-Wissens eingefügt fühlten. Es sind Briefe darunter, deren Schreiber in Sterneders Büchern ein tägliches Evangelium gefunden haben und durch ihn zu einem überzeugten, lebendigen Gotterkennen gekommen sind, fern vom dogmenerstickten Christentum der Kirchen unserer Zeit.

Alle diese Stimmen, die erst der ‚Wunderapostel‘ zum Erklingen gebracht hatte, stärkten in Hans Sterneder die Gewissheit, dass er wahrhaftig ein Gerufener sei. Er fühlte sich als göttliches Werkzeug zur Erlösung der Seelen. Von nun an sollte sein Leben der Kunst allein gehören.“ (1)

In seinem um das Jahr 1950 entstandenen Aufsatz „Bericht über mein Schaffen und meine Entdeckungen“ sprach Sterneder bereits von über 60 000 Briefen aus allen fünf Erdteilen, die ihm Menschen aller Altersstufen, aller sozialen Stände und aller Bildungsgrade geschrieben hätten.

Noch heute finden sich Werke Hans Sterneders in vielen Bibliotheken der Welt, allein in den USA in über 30, so beispielsweise in der Library of Congress (Washington), in der Columbia University, der Harvard University, der Yale University oder der New York Public Library. Aber auch in anderen Ländern sind die verschiedenen Titel zu finden, so etwa in den Universitäten von Alberta und Calgary (Kanada), in der British Library, der University of London und in Oxford (alle Großbritannien), in der Niederländischen Nationalbibliothek, in der Lunds universitets bibliotek (Schweden), in der Universitetsbiblioteket i Bergen (Norwegen), den Universitäten von Padua und Milano (Italien), der Biblioteca de Catalunya (Spanien) sowie in der Tel Aviv University (Israel) oder der Waseda University in Tokyo (Japan).

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(1) Weisse, Fritz Arno (1941): Hans Sterneder, sein Leben und Werk. Dissertation. Wien. S. 33-34.